Online Tools für Studienplanung, Auswertung und Publikation

Literatursuche: Die PubMed-Suche mit optimierten Suchstrategien, Treffervorschau, Zitationszahlen und Volltextweg über Ihre Bibliothek finden Sie jetzt im Hauptmenü.

Literaturliste prüfen: Der Referenzencheck prüft eine eingefügte Literaturliste auf zurückgezogene Arbeiten, Korrekturen, nicht auffindbare Quellen und den Journalstatus. Die Abfragen laufen direkt gegen die Originaldatenbanken, ohne KI.

Diese Seite sortiert bewährte, überwiegend kostenlose Werkzeuge nach der Aufgabe, die Sie gerade lösen müssen. Zu jedem Werkzeug steht, wofür es taugt und wo die Grenze liegt. Vorrang hat immer, was Ihre Einrichtung lizenziert oder Ihre Arbeitsgruppe bereits nutzt; das spart Einarbeitung und erleichtert die Zusammenarbeit.

Entscheidungshilfe: welches Werkzeug wofür?

Ich will …Erste WahlAlternativeVertiefung
Literatur findenPubMedFachdatenbanken je nach FrageLiteraturdatenbanken
Volltext beschaffen, den die Bibliothek nicht hatFernleihe der eigenen Bibliotheksubito (kostenpflichtiger Lieferdienst)Artikel beschaffen
Literatur verwalten und zitierenZotero (kostenlos)EndNote oder Citavi, wenn campusweit lizenziertLiteraturverwaltung
Fallzahl planenG*PowerBiometrische Beratung Ihres Instituts–
Teilnehmende oder Tiere zufällig zuteilenSealed Envelope (Listen), REDCap (falls vorhanden)Weitere GeneratorenRandomisierung
Daten erfassenREDCap über Ihre EinrichtungTabellenkalkulation mit festem Datenwörterbuch–
Statistik rechnenRjamovi, JASP (kostenlos, menügeführt); SPSS oder Prism, wenn lizenziert–
PCR-Primer entwerfen und prüfenPrimer3webUCSC In-Silico PCR zur Kontrolle–
Abbildungen erstellenInkscape (kostenlos) oder Adobe IllustratorServier Medical Art für BausteineAbbildungen, Illustrationen
Studie registrierenDRKS (Deutsches Register Klinischer Studien)ClinicalTrials.govStudienregistrierung
Reporting-Checkliste findenEQUATOR Network–Paper schreiben
Passendes Journal findenJANE (Abstract einfügen, ähnliche Journale)Journal-Finder der VerlageJournal auswählen

Werkzeuge im Einzelnen

Literatur

  • NLM PubMed: kostenlose Referenzdatenbank der US National Library of Medicine; Ausgangspunkt jeder medizinischen Recherche.
  • subito: Dokumentlieferdienst wissenschaftlicher Bibliotheken; liefert Aufsätze gegen Gebühr. Vorher prüfen, ob die eigene Bibliothek oder die Fernleihe den Artikel günstiger beschafft.
  • Zotero: kostenlos, quelloffen, Browser-Plugin übernimmt Referenzen direkt aus PubMed; Plugins für Word und LibreOffice sowie Integration in Google Docs. Grenze: Speicherplatz für PDFs in der Cloud ist im kostenlosen Umfang begrenzt.

Studienplanung

  • G*Power (Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf): kostenlose Fallzahl- und Poweranalyse für gängige Tests; Windows und macOS (Intel). Grenze: komplexe Designs (gemischte Modelle, Cluster) gehören in die biometrische Beratung.
  • Randomisierung: Für Listen mit Blöcken und Stratifizierung eignet sich der kostenlose Listengenerator von Sealed Envelope; die geplante Studie bestimmt das Verfahren. Verfahren, Werkzeuge und Fallstricke stehen auf der Seite Randomisierung und Zufallsgeneratoren.
  • REDCap: webbasierte Datenerfassung mit Prüfregeln, Audit Trail und Randomisierungsmodul; wird von vielen Universitätskliniken für Studien angeboten. Nicht privat installierbar; über das Studienzentrum oder Rechenzentrum anfragen.

Auswertung

  • R (mit RStudio oder Positron als Oberfläche): kostenlos, reproduzierbar über Skripte, Standard in der Biometrie. Einarbeitung lohnt sich ab der zweiten Auswertung.
  • jamovi und JASP: kostenlos, Menüs wie SPSS, Ergebnisse direkt als Tabellen. Gut für Standardtests in Doktorarbeiten.
  • Ausreißer: Statistische Ausreißertests ersetzen keine Plausibilitätsprüfung. Legen Sie vor der Auswertung schriftlich fest, wann Werte ausgeschlossen werden, und berichten Sie Analysen mit und ohne auffällige Werte (Empfehlung).

Labor

  • Primer3web: Primerdesign nach Schmelztemperatur, Länge, GC-Gehalt und Produktgröße.
  • UCSC In-Silico PCR: sucht für ein Primerpaar alle Bindungsstellen im gewählten Genom (Primer mindestens 15 Basen) und gibt die Produkte als FASTA aus. Laut UCSC können Off-Target-Stellen übersehen werden; ergänzend Primer-BLAST nutzen.

Abbildungen und Publikation

Woran Sie ein geeignetes Werkzeug erkennen

  1. Datenschutz: Werden personenbezogene Daten verarbeitet? Dann nur Systeme, die Ihre Einrichtung freigegeben hat.
  2. Reproduzierbarkeit: Lassen sich Einstellungen, Seed oder Skript speichern und im Methodenteil angeben?
  3. Zitierfähigkeit: Gibt es eine Versionsnummer oder eine Publikation, die Sie zitieren können?
  4. Verfügbarkeit: Wird das Werkzeug gepflegt (aktuelle Version, Kontakt)? Bei Projekten über mehrere Jahre wichtig.
  5. Anschlussfähigkeit: Kann Ihre Betreuerin oder Ihr Betreuer die Dateien öffnen und prüfen?

Empfohlene Grundausstattung für eine experimentelle oder klinische Doktorarbeit

Erfahrungsregel: Literaturverwaltung (Zotero oder Campuslizenz), ein skriptfähiges Statistikprogramm (R oder Syntax in SPSS), ein Vektorprogramm für Abbildungen (Inkscape oder Illustrator) und ein Datenerfassungssystem mit Prüfregeln (REDCap, falls angeboten). Diese vier Bausteine decken die meisten Doktorarbeiten ab; Spezialwerkzeuge kommen nur bei Bedarf dazu.

Eigene Werkzeuge von pubmed.de

Der Random Group Generator zur automatischen Erstellung von Zufallslisten wird derzeit überarbeitet; eine Ausreißeranalyse für kleine Fallzahlen befindet sich in der Testphase. Bis zur Freigabe nutzen Sie bitte die oben genannten Werkzeuge.

Fallstricke bei der Werkzeugwahl

FallstrickFolgeGegenmaßnahme
Patientendaten in kostenlose Onlinedienste eingegebenDatenschutzverstoßNur pseudonymisierte Daten; personenbezogene Daten nur in von der Einrichtung freigegebenen Systemen (z. B. REDCap)
Randomisierungsliste ohne Seed und Dokumentation erzeugtZuteilung nicht nachvollziehbarSeed, Parameter und Datum protokollieren (siehe Randomisierung)
Statistik per Mausklick ohne ProtokollErgebnisse nicht reproduzierbarSyntax oder Skript speichern; Softwareversion im Methodenteil angeben
Fallzahl nachträglich „passend“ gerechnetGutachterkritik, GlaubwürdigkeitsverlustFallzahlplanung vor Studienbeginn, Annahmen im Protokoll
Literaturverwaltung erst beim Schreiben eingeführtDoppelte Arbeit, ZitierfehlerAb der ersten Recherche jede Quelle im Programm erfassen
Werkzeugwechsel mitten im ProjektFormatverluste, verlorene NotizenWerkzeuge zu Projektbeginn mit der Arbeitsgruppe festlegen